DAs perfekte Hundefutter...

... so eine Sache für sich...

Eines vorweg:
Ich möchte hier niemandem Ratschläge geben, was die Ernährung von Hunden betrifft!
Dies scheint ohnehin eine Glaubensfrage zu sein, ähnlich einer Religion. Hier scheiden sich die Geister, und so mancher Gedankenaustausch in Sachen artgerechte Hundeernährung endete in erbitterten Streitereien. Jeder, der einmal in einem entsprechenden Internet-Forum mitgelesen hat, weiß, wovon ich rede...


Ich bin stets bemüht, meine Tiere gut und ausgewogen zu ernähren, aber ich gehe das Ganze relativ locker an. 


Ich habe alles Mögliche schon ausprobiert, vom High-Tech-Trockenfutter bis hin zum Frischfleisch, und bin dabei zu der Erkenntnis gekommen, dass das alles toll und prima ist, solange man es nicht übertreibt mit der Gewissenhaftigkeit.

 

Manch einer vertritt ja regelrecht fanatisch seine Ansichten bezüglich der ultimativen Fütterungsmethode. Ich habe Menschen kennengelernt, die jeden zu steinigen bereit waren, der seinem Hund Fertigfutter serviert. Einige dieser hochheiligen BARF-Apostel haben kein Problem damit, mittags eilig ihre Kinder ins nächste Fast-Food-Restaurant zu karren, weil sie keine Zeit zum Kochen hatten, da sie den ganzen Vormittag damit beschäftigt waren, die Supplemente für ihr Hundefutter zu pürieren, Tagesrationen zusammenzustellen und portionsweise einzufrieren. Schließlich soll der Hund gesund leben. Da muss man Prioritäten setzen.

 

Andere füttern den Hund, ein ganzes Leben lang, mit ein und derselben Sorte Trockenfutter, welches sie penibelst, mit einem Messbecher, dosieren und zu immer gleichen, festgelegten Futterzeiten, in die Näpfe füllen. Ich finde das erstens stressig und zweitens viel zu öde, für den Hund. Ich mag nicht ständig das Gleiche essen, und meine Tiere müssen das auch nicht.

 

Wir Menschen nehmen, an manchen Tagen, weniger Nahrung zu uns, weil wir z.B. viel unterwegs sind, weil es sehr heiß ist oder weil wir einfach nicht so viel Appetit haben. An anderen Tagen dagegen machen wir es uns bequem und verfallen erbarmungslos der Völlerei. Da wird so richtig geschlemmt, was das Zeug hält... beste Speisen, üppige Torten, Desserts... Beim Hund kann es auch solche Tage geben... Tage, an denen man gemeinsam am Kaminfeuer liegt, pappsatt und faul, und solche Tage, wo man viel erlebt, und hier und da, nur um den Hunger zu stillen, ein paar Brocken von Irgendwas frisst...

 

Gerne muss der Wolf für allerlei Blödsinn herhalten, der unter Hundefreunden, aber auch von der Futtermittelindustrie, verbreitet wird. Dabei scheint manch einer zu vergessen, dass wir allesamt domestizierte Haushunde halten und keine gezähmten Wölfe. Es ist also ziemlich egal, was ein Wolf zu fressen geneigt ist und was nicht, da es uns nicht betrifft. Wenn ich mein Pferd gut und seinen Bedürfnissen entsprechend ernähren will, fange ich auch nicht an, von Zebras zu reden. So ein Quatsch! 
"Der Wolf geht nicht ins Weizenfeld!" hört man immer wieder, um den Hype ums getreidefreie Hundefutter zu rechtfertigen. "No Grain" heißt die Zauberformel, auf die neuerdings so viele abfahren, als sei es die Universalgarantie für ewige Gesundheit. Man greift dann zum Hundefutter mit Reis, Hirse oder Kartoffeln. Selbst Exotisches, wie Süßkartoffel, Moringa, Yucca oder Topinambur ist im Hundefutter zu finden. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, derartiges zu verfüttern, aber ich habe noch kein Wolfsrudel gesehen, welches sich um einen Kessel herum versammelt, in dem Kartoffeln kochen oder Topinambur. Auch sah ich sie nicht durch Reisfelder waten oder an Moringabäumen knabbern. 

 

Der Hund lebt seit Jahrmillionen mit uns Menschen zusammen und teilt mit uns unsere Nahrung. Er zieht nicht durch die Wälder und Felder, erbeutet dort Wild und sammelt Kräuter und Beeren. Er lebt bei uns und ernährt sich ausschließlich von dem, was wir ihm zuteilen, was bei uns übrig bleibt, und das war über ewige Zeiten hinweg richtig und gut, wird aber heute, wo wir im Wohlstand bzw. Überfluss leben, plötzlich in Frage gestellt. Plötzlich soll der Hund fressen, wie ein Wolf, wobei dieser Wolf ein Fabelwesen ist, das die ganze Welt bereist, um die gesamte Palette kulinarischer Gegebenheiten auszuschöpfen, um alles zu fressen, wessen es habhaft werden kann, vom Kängurufleisch bis hin zur Grünlippmuschel, Hauptsache, es frisst kein Getreide, denn Getreide würde es sofort töten. Es ist ein Witz! 

 

Ebenso unlogisch ist die Abneigung vieler gegen Innereien und Fleischabfälle im Hundefutter. Es muss das reinste und beste Muskelfleisch sein, die besten Stücke sozusagen. So ein Blödsinn. Warum soll der Hund nicht die Teile des Schlachttieres fressen, die der Mensch nicht so gerne mag? Hunde haben andere Vorstellungen davon, was lecker und gut ist, als wir. Auch stellt sich mir die Frage, wohin mit all dem Material, was den Herrschaften und ihren Luxushunden nicht gut genug ist? Soll man das wegwerfen? Soll ein Tier, eine denkende und fühlende Kreatur, sterben müssen, damit man die vermeintlich besten Stücke aus ihr heraus schneidet, und der Rest landet auf dem Müll? Wie pervers und dekadent ist das denn? Meine Hunde sind mit den Fleischabschnitten vom Schlachter sehr zufrieden, und ich erhebe auch nicht den Anspruch, dass in dem Fertigfutter, welches ich kaufe, beste Rindersteaks und Filetstücke verarbeitet werden. Das sollen mal schön die Menschen essen. Meine Hunde brauchen so etwas nicht. Die fressen auch gerne mal ein Stück übelst stinkenden Pansen, wabberige Rinderlunge oder knorpelige, sehnige Teile, die kein Mensch essen würde. Ihnen schmeckt das, denn sie sind Hunde... nichts anderes, keine Wunderwölfe und keine Menschenkinder.

 

Ich füttere oft und gerne Fleisch. Gerne tue ich es allein deshalb, weil meine Hunde es gerne fressen. Ich verfüttere es ihnen meistens roh, aber auch gekocht, zusammen mit Kartoffeln oder Reis und Gemüse. Hier gibt es immer hochwertiges Trockenfutter, zur freien Verfügung. Es liegen immer Hundekuchen, gedörrte Rinderohren und ähnliches herum, was die Hunde sich nehmen können, wann immer sie wollen. Es gibt aber auch Fertigfutter aus Dosen oder Schalen, Kaustangen, getrocknetes Fleisch und Innereien, Knochen, Butterbrote, die Reste von unserem Essen, mal eine Scheibe Wurst, mal ein Stückchen Käse. Ich weiß, dass Gewürze einem Hund nicht schaden, und ich vertrete die Ansicht, dass ein Hund auch schon mal naschen darf. Wir Menschen tun es doch auch.

 

Ich diskutiere auch nicht mehr übers Füttern, darüber, was richtig und falsch ist oder was man noch besser machen könnte. Ich bin kein Anfänger, bin sehr gut informiert, habe wunderschöne, kräftige, gesunde Hunde mit guten Zähnen und glänzendem Fell, die es genießen, all die Köstlichkeiten, die sie ergattern können, genüsslich zu verspeisen. Das genügt mir. Ich muss nicht den Rest der Welt von meinen Ansichten überzeugen. 


Der mittlerweile ziemlich bekannte und von vielen geachtete Tierarzt und Blogger, Ralph Rückert, dessen Veröffentlichungen ich immer gerne lese, hat dieser Art der Hundeverköstigung einen Namen gegeben: das ABAM-Konzept. HIER kann man es nachlesen.

Meine Welpen bekommen anfangs das Welpenstarterfutter eines bekannten Herstellers, als Paté, aus Dosen, später dann auch als Trockenfutter. Dann beginne ich aber, nach und nach, ihre Nahrungspalette zu erweitern. Wenn sie unser Haus verlassen, kennen und vertragen sie so ziemlich alles, was an hochwertigem Hundefutter auf dem Markt ist, fressen rohes Fleisch, freuen sich über jedes Leckerli und mampfen auch mit Wonne mal eine Leberwurststulle. 
Dies macht es dem neuen Besitzer einfacher, denn er muss nicht befürchten, dass der Neuzugang, falls er etwas anderes frisst, als das, was er kennt, gleich erst einmal mit Durchfall und Bauchweh zu kämpfen hat.