đŸ‡©đŸ‡Ș Die beiden auf dem Foto sind Josef GĂŒnthör und sein Spitz Lumpi. Lumpi rettete seinem Herrchen einst das Leben, und das kam so:


Einsam, wie Robinson Crusoe, lebt der 75-jĂ€hrige Rentner Josef GĂŒnthör in seinem "FischerhĂ€usel" auf einer Insel in den Donauauen nahe Regensburg. Am 31. August 1971 sitzt der alte Herr gerade beim Mittagessen als er ein merkwĂŒrdiges GerĂ€usch hört. Er steht auf, um nachzuschauen:

 

"Ist da jemand?" fragt er in die Dunkelheit.

 

Keine Antwort - ein keuchendes Atmen....dann ein schleichender Schritt, der immer nĂ€her kommt. Und plötzlich krallt sich eine Hand um den Hals des Alten. Ein furchtbarer Beilhieb trifft seinen SchĂ€del, GĂŒnthör geht in die Knie. Wie im Nebel erkennt er die Gestalt eines jungen Mannes. 

 

"Was, was..." röchelt er. 

"Geld her, oder ich mach' dich kalt!"

Der alte Mann hebt flehend die Arme: "Ich hab' keins, bitte glauben Sie mir."

 

Aber der HalbwĂŒchsige ĂŒber ihm, er kennt kein Erbarmen. Mit der Axt schlĂ€gt er auf ihn ein, bis da nur noch ein wimmerndes BĂŒndel vor ihm liegt. Noch einmal will er losschlagen, doch in diesem Augenblick stĂŒrzt sich der Hund des Rentners auf ihn, verbeißt sich in seinem Bein, bohrt die spitzen ZĂ€hne tief in seine HĂ€nde, so dass der Mann vor Schmerz aufschreit. Auch als die Schneide der Axt eine blutige Furche ĂŒber seine Schnauze zieht, gibt Lumpi nicht auf. Das Unglaubliche geschieht, der 16-jĂ€hrige Kriminelle lĂ€uft davon. 

 

Hund und Herr bleiben zurĂŒck, Lumpi leckt das blutige Gesicht des Bewusstlosen. Vier Stunden spĂ€ter kommt ein Bauer vorbei und findet den alten Mann. Im Krankenhaus kann man das Leben des Schwerverletzten retten. 

 

"Ich brauchte Geld und dachte, so ein Alter kann sich nicht wehren", sagte Udo Ammann spÀter vor Gericht. Zwei Dinge hatte er allerdings nicht einkalkuliert: Die bedingungslose Treue eines Hundes zu seinem Herrn und die zÀhe Wehrhaftigkeit eines Spitzes. 


🇬🇧 The two in the photo are Josef GĂŒnthör and his Spitz Lumpi. Lumpi once saved his master's life, and this is how it happened:


Lonely as Robinson Crusoe, the 75-year-old pensioner Josef GĂŒnthör lives in his "fisherman's house" on an island in the Danube floodplains near Regensburg. On August 31, 1971, while having lunch he hears a strange noise. He goes to check:


"Is anyone there?" he asks into the darkness.


No answer - a gasping breath... then a creeping step that gets closer and closer. And suddenly a hand claws around the old man's neck. A terrible axe blow hits his skull, GĂŒnthör falls to his knees. As if in the fog, he recognizes the figure of a young man.


"What, what..." he wheezes. 

"Give me money or I'll kill you!"

The old man raises his arms pleadingly: "I don't have any money, please believe me."


But the teenager above him has no mercy. He hits him with the axe until he is left with nothing but a whimpering bundle. He wants to strike again, but at that moment the pensioner's dog Lumpi pounces on him, bites his leg, sinks his sharp teeth deep into his hands, causing the man to scream in pain. Even when the blade of the axe draws a bloody furrow across his snout, Lumpi doesn't give up. The unbelievable happens, the 16-year-old criminal runs away. 


The dog and his master stay behind, Lumpi licks the bloody face of his unconscious master. Four hours later a farmer comes by and finds the old man. The seriously injured man's life can be saved in the hospital.


"I needed money and thought that such an old man could not defend himself," Udo Ammann later said in court. 


However, he had not taken two things into account: the unconditional loyalty of a dog to his master and the tough defensiveness of a German Spitz.


Es war einmal ein kleiner Spitz,
Der glaubt‘ er wĂ€r‘ zu allem nĂŒtz.
Und kam ihm Etwas in die Quer‘,
Da knurrt und brummt und bellt er sehr.

Nun wackelt einst von UngefÀhr
Frau Gans mit ihrem Mann daher,
Und vor den lieben Eltern wandern
Die Kinderchen, Eins nach dem Andern;

Und wie sie um die Ecke biegen,
Da schreien alle vor VergnĂŒgen:
»Seht doch die PfĂŒtze da! Kommt hin!
Wie herrlich muß sich’s schwimmen d’rin!«

Das sieht Herr Spitz und bellt sie an:
»Weg da! Weg da! Nu seht doch an!
»Wie könnt ihr euch nur untersteh’n,
»In’s Wasser so hinein zu geh’n?

»Wenn ich nicht wĂ€r‘ dazu gelaufen,
Ihr mĂŒĂŸtet jĂ€mmerlich ersaufen!«
Das macht der alten Gans nicht bange!
Sie zischt ihn an, wie eine Schlange.

Da zieht mein Spitz sein SchwÀnzchen ein,
Und lĂ€ĂŸt die GĂ€nse GĂ€nse sein.
Doch knurrt er noch im vollen Lauf:
»Nu, wer versaufen will, versauf!«

Die GĂ€nschen aber, trotz dem Spitze,
Sie schwelgten recht in ihrer PfĂŒtze.
Und immer noch aus weiter Fern‘
Hört bellen man den weisen Herrn.

Bell‘ er soviel er bellen kann!
Was geh’n den Spitz die GĂ€nse an?

Robert Reinick (1874)